Umsatzsteuervoranmeldung mit ELSTER: Anleitung vom Login bis zur Kennzahl 83
Umsatzsteuervoranmeldung mit ELSTER, Anleitung für 2026: welchen Zugang du brauchst, wo das Formular liegt, welche Zahl in welche Kennzahl gehört.
- Stand
- Lesezeit
- 9 Min
- Thema
- Umsatzsteuer
- Für
- Selbstständige im laufenden Betrieb
Das Wichtigste in Kürze
- In Mein ELSTER liegt die Voranmeldung unter „Formulare und Leistungen“, „Alle Formulare“, Abschnitt Umsatzsteuer; Monat oder Quartal wählst du erst im Formular.
- Ohne Steuernummer lässt sich keine Voranmeldung elektronisch übermitteln, und eine Registrierung mit Aktivierungsbrief kann bis zu zwei Wochen dauern.
- Im Formular 2026 gehören Umsätze zu 19 Prozent in Kennzahl 81, Vorsteuer aus Rechnungen in Kennzahl 66 und das Ergebnis in Kennzahl 83.
- Wer ohne Dauerfristverlängerung für September 2026 oder das dritte Quartal meldet, hat bis Montag, 12. Oktober 2026 Zeit, weil der 10. ein Samstag ist.

Inhalt · 8 Abschnitte
Deine Umsatzsteuervoranmeldung gibst du in Mein ELSTER ab: einloggen, unter „Formulare und Leistungen“ das Formular für das richtige Jahr öffnen, im Formular den Monat oder das Quartal wählen, die Beträge aus deiner Buchhaltung in die Kennzahlen tippen, prüfen lassen, versenden. Mein ELSTER kostet nichts, ein Kaufprogramm oder eine Kanzlei brauchst du dafür nicht. Zwei Dinge aber schon, und zwar vorab: eine Steuernummer und einen fertigen ELSTER-Zugang.
Bevor du dich zum ersten Mal einloggst
Die erste Voraussetzung ist die Steuernummer. Ohne sie nimmt ELSTER keine Voranmeldung elektronisch an, und sie kommt vom Finanzamt, nachdem es deinen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung bearbeitet hat. Ist eine Voranmeldung fällig, bevor die Nummer da ist, wende dich an dein Finanzamt. Es klärt dann, wie du abgibst, unter Umständen auf Papier.
Bei der Registrierung wählst du einen Kontotyp. Arbeitest du als Einzelunternehmerin oder Einzelunternehmer ohne Angestellte, empfiehlt ELSTER selbst das Konto „Für eine Privatperson“. Du registrierst dich mit deiner Steuer-Identifikationsnummer, dem Geburtsdatum, einer E-Mail-Adresse und einem Benutzernamen. Danach muss ELSTER wissen, dass du wirklich du bist, und dafür gibt es zwei Wege:
Weg | So läuft er | Fertig |
|---|---|---|
Identitätsprüfung per Brief | Aktivierungs-ID kommt per E-Mail, der Aktivierungs-Code per Post an deine Meldeadresse | wenn der Brief da ist; die amtliche Anleitung zur Voranmeldung nennt bis zu zwei Wochen |
Online-Identitätsprüfung | Personalausweis, entweder per Selfie-Video in der App eines ELSTER-Partners oder mit der Online-Ausweisfunktion, deiner Ausweis-PIN und einem NFC-fähigen Smartphone oder Kartenleser | am selben Tag |
Zum Einloggen empfiehlt ELSTER die App ElsterSecure. Unter „Andere Login-Optionen“ gibt es weitere Wege, darunter eine Zertifikatsdatei mit der Endung .pfx und einem Passwort, das du selbst festlegst. Diese Datei speicherst du nur ab, du öffnest oder importierst sie nicht.
Achtung
Hast du dein Konto nur mit E-Mail-Adresse angelegt, etwa um den Fragebogen abzuschicken, kannst du damit keine Voranmeldung senden. Das Konto dient nur dem Fragebogen. Du schaltest die übrigen Funktionen unter „Mein Benutzerkonto“ frei und wartest dann wieder auf Aktivierungs-ID und Brief.
Was du aus der Buchhaltung mitbringst
ELSTER fragt nicht nach Belegen, sondern nach Summen für einen Zeitraum. Lege dir vor dem Login zurecht:
- Die Nettobeträge deiner Leistungen im Zeitraum, getrennt nach Steuersatz. Dazu zählen auch Anzahlungen und Abschläge, die du für noch nicht fertige Arbeit bekommen hast.
- Die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen. Abziehen darfst du sie nur, wenn die Rechnung die Pflichtangaben enthält; bei Rechnungen bis 250 Euro brutto reicht eine Kleinbetragsrechnung.
- Rechnungen für Dienstleistungen von Anbietern aus anderen EU-Staaten, etwa für Software-Abos, auf denen keine Umsatzsteuer steht. Die gehören trotzdem ins Formular, und zwar in zwei Zeilen. Kaufst du dort Waren ohne Umsatzsteuer, ist das ein innergemeinschaftlicher Erwerb mit eigenen Zeilen (25 bis 29 und 39).
- Die Info, ob das Finanzamt ein SEPA-Lastschriftmandat von dir hat.
Welche Rechnung in welchen Monat gehört, hängt davon ab, ob du nach vereinbarten oder nach vereinnahmten Entgelten versteuerst. Das und die Frage, ob du monatlich oder vierteljährlich meldest, erklärt der Grundlagenbeitrag zur Umsatzsteuervoranmeldung.
Der Weg durch Mein ELSTER, Klick für Klick
- Einloggen, „Formulare und Leistungen“ wählen und dann „Alle Formulare“.
- Im Abschnitt Umsatzsteuer auf „Umsatzsteuer-Voranmeldung“ klicken. Im selben Abschnitt liegen auch die Formulare zur Dauerfristverlängerung.
- Das Kalenderjahr wählen, für September also 2026, und auf „Weiter“. Den Monat oder das Quartal fragt ELSTER erst im Formular ab.
- Im nächsten Schritt entscheidest du, ob ELSTER vorhandene Daten übernimmt oder ob du ohne Datenübernahme startest. Erzeugt deine Buchhaltungssoftware eine XML-Datei, kannst du sie an dieser Stelle hochladen.
- Die allgemeinen Angaben ausfüllen: Steuernummer, Finanzamt und den Zeitraum, für den du meldest, also Monat oder Quartal. Das Feld für die Wirtschafts-Identifikationsnummer füllst du nur aus, wenn das Bundeszentralamt für Steuern sie dir schon mitgeteilt hat. Sie wird schrittweise vergeben.
- Die Beträge eintragen. Felder, die dich nicht betreffen, bleiben leer.
- Auf „Prüfen“ gehen. ELSTER rechnet die Vorauszahlung oder den Überschuss aus und zeigt an, wo noch etwas ergänzt oder korrigiert werden muss.
- Versenden. Die Voranmeldung geht dann authentifiziert über deinen Zugang an das Finanzamt.
ELSTER speichert zwischendurch automatisch und warnt, bevor die Sitzung abläuft. Du kannst sie dann verlängern.
Merke
ELSTER rechnet nur mit den Zahlen, die du eingibst. Ob die Rechnung einer Bauherrin in den September oder den Oktober gehört, weiß das Programm nicht. Das entscheidest du anhand deiner Buchhaltung, bevor du das Formular öffnest.
Welcher Betrag in welche Zeile gehört
Der amtliche Vordruck 2026 hat 56 Zeilen. Selbstständige ohne Warenhandel brauchen meist nur eine Handvoll davon:
Vorgang | Zeile | Kennzahl |
|---|---|---|
Leistung im Inland zu 19 Prozent, netto, samt erhaltener Anzahlungen | 13 | 81 |
Leistung im Inland zu 7 Prozent, netto | 14 | 86 |
Dienstleistung an ein Unternehmen in einem anderen EU-Staat, das dort die Steuer schuldet; zusätzlich geht eine Zusammenfassende Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern | 35 | 21 |
andere Umsätze, deren Leistungsort nicht in Deutschland liegt | 36 | 45 |
Vorsteuer aus Rechnungen anderer Unternehmer, auch aus Kleinbetragsrechnungen | 38 | 66 |
Dienstleistung, die dir ein Unternehmen aus einem anderen EU-Staat ohne Umsatzsteuer berechnet hat: netto und die Steuer, die du selbst schuldest | 30 | 46 und 47 |
dieselbe Steuer als Vorsteuer | 41 | 67 |
Ergebnis: Vorauszahlung, oder ein Überschuss mit Minuszeichen davor | 50 | 83 |
Nettobeträge trägst du ohne Cent ein, in ganzen Euro. Steuerbeträge dagegen immer mit Cent. Kennzahl 83 lässt du nie leer: Der amtliche Vordruck verlangt sie in jedem Fall, auch wenn am Ende null herauskommt, und ELSTER hat dafür ein eigenes Eingabefeld.
Zwei Zeilen betreffen nur wenige, sehen aber wichtig aus. Zeile 11 (Kennzahl 22) markierst du nur, wenn du tatsächlich Belege mitschickst. Zeile 12 (Kennzahl 70) gilt nur für den Wechsel aus der Kleinunternehmerregelung, und auch dann nicht immer. Ein Datum gehört hinein, wenn dein Gesamtumsatz 2026 die 100.000 Euro überschreitet oder, bei einer Gründung im Jahr 2026, die 25.000 Euro: das Datum des Umsatzes, mit dem du über die Grenze gekommen bist. Hast du zum Jahresbeginn auf die Regelung verzichtet, steht dort der 1. Januar 2026. Lag dein Gesamtumsatz schon 2025 über 25.000 Euro, bist du seit Januar regelbesteuert und lässt die Zeile leer.
Ein Monat, Feld für Feld
BeispielKatharina, Architektin in Bremen
Katharina führt ihr Büro allein. Ihre Umsatzsteuer für 2025 lag über 9.000 Euro, deshalb meldet sie 2026 monatlich, ohne Dauerfristverlängerung. Sie versteuert nach vereinbarten Entgelten. Ihr September:
Vorgang | netto | Steuer | Zeile, Kennzahl |
|---|---|---|---|
Entwurfsplanung für ein Einfamilienhaus, als eigener Auftrag vereinbart, fertig und abgerechnet im September; die Bauherrin zahlt im Oktober | 6.400,00 € | 1.216,00 € | 13, Kz 81 |
Abschlag für die Bauüberwachung eines Praxisumbaus, eingegangen am 18. September; die Arbeit läuft bis Dezember | 3.000,00 € | 570,00 € | 13, Kz 81 |
CAD-Programm im Abo, Monatsgebühr September, Anbieter mit Sitz in Irland, Rechnung ohne Umsatzsteuer | 290,00 € | 55,10 € | 30, Kz 46 und 47 |
Planplots aus einem Bremer Copyshop | 420,00 € | 79,80 € | 38, Kz 66 |
Laser-Entfernungsmesser | 250,00 € | 47,50 € | 38, Kz 66 |
Die Entwurfsplanung gehört in den September, obwohl das Geld erst im Oktober kommt, denn der Auftrag war im September erledigt. Beim Abschlag ist es umgekehrt: Die Bauüberwachung ist noch nicht abgeschlossen, aber das Geld ist da, also gehört er in den Monat, in dem er eingegangen ist.
Was sie einträgt:
- Kennzahl 81: 9.400, das sind 6.400 plus 3.000 Euro netto. Darauf entfallen 1.216,00 plus 570,00 = 1.786,00 € Steuer.
- Kennzahl 46: 290. Kennzahl 47: 55,10.
- Kennzahl 66: 79,80 plus 47,50 = 127,30.
- Kennzahl 67: 55,10.
ELSTER rechnet daraus: Umsatzsteuer 1.786,00 plus 55,10 = 1.841,10 €. Davon ab gehen 127,30 und 55,10 Vorsteuer, zusammen 182,40 €. Bleiben 1.658,70 €, und diesen Betrag trägt sie in Kennzahl 83 ein. Die Softwarerechnung aus Irland ändert am Ergebnis nichts, weil Katharina die 55,10 € gleichzeitig schuldet und abzieht.
- Steuer auf die Entwurfsplanung, Kennzahl 811.216,00 €
- plus Steuer auf den Abschlag für die Bauüberwachung, Kennzahl 81570,00 €
- plus Steuer auf das CAD-Abo aus Irland, Kennzahl 4755,10 €
- ergibt Umsatzsteuer zusammen1.841,10 €
- minus Vorsteuer für Planplots und Entfernungsmesser, Kennzahl 66127,30 €
- minus Vorsteuer für das CAD-Abo, Kennzahl 6755,10 €
- ergibt Vorauszahlung, Kennzahl 831.658,70 €
Der 10. Oktober 2026 ist ein Samstag. Ihre Frist endet deshalb am Montag, dem 12. Oktober. Das Finanzamt hat ein Lastschriftmandat, also bucht es die 1.658,70 € ab, und die Zahlung zählt als am Fälligkeitstag geleistet.
Achtung
Eine Rechnung ohne Umsatzsteuer für eine Dienstleistung aus einem anderen EU-Staat ist kein Beleg, den du ignorieren kannst. Wird die Dienstleistung nach der Grundregel dort ausgeführt, wo du dein Unternehmen betreibst, schuldest du die deutsche Steuer selbst (§ 13b Abs. 1 und 5 UStG). Fehlen die Zeilen 30 und 41, ist die Voranmeldung unvollständig, auch wenn sich die Beträge bei vollem Vorsteuerabzug gegenseitig aufheben.
Nach dem Absenden
Die Bestätigung landet im Posteingang von Mein ELSTER, jedenfalls wenn du direkt dort gesendet hast und nicht aus einem anderen Programm. Gesendete Formulare findest du unter „Meine Formulare“ im Reiter „Übermittelte Formulare“ wieder.
Einen Bescheid bekommst du in der Regel nicht, denn deine Anmeldung wirkt selbst wie eine Festsetzung unter Vorbehalt der Nachprüfung (§ 168 AO). Das Finanzamt schickt nur dann einen, wenn es von deinen Zahlen abweicht.
Überweist du selbst, statt abbuchen zu lassen, zählt der Tag, an dem das Geld dem Finanzamt gutgeschrieben wird (§ 224 Abs. 2 AO). Schick es also ein paar Tage früher los. Ergibt sich ein Überschuss, zahlt das Finanzamt ihn nach seiner Zustimmung ohne Antrag aus, soweit es ihn nicht mit offenen Steuern verrechnet.
Zwei Häkchen am Ende des Formulars bleiben im Normalfall leer. „Verrechnung erwünscht“ setzt du nur, wenn ein Überschuss verrechnet werden soll oder du ihn abgetreten hast. „SEPA-Lastschriftmandat widerrufen“ klingt endgültiger, als es ist: Laut Vordruck bucht das Finanzamt dann nur für diesen einen Zeitraum nicht ab, etwa weil du verrechnen lassen willst. Was die Verrechnung nicht deckt, überweist du selbst.
Frist
Ohne Dauerfristverlängerung endet die Frist für September 2026 und für das dritte Quartal 2026 am Montag, dem 12. Oktober 2026, mit Verlängerung am Dienstag, dem 10. November. Übermittlung und Zahlung haben denselben Termin.
Einen Fehler nachträglich korrigieren
Fällt dir nach dem Versenden ein Fehler auf, schickst du für denselben Zeitraum eine neue Voranmeldung mit allen Werten, wie sie richtig sind. Das Finanzamt bearbeitet in der Regel die zuletzt übermittelte Fassung. Bei Voranmeldungen verlangt ELSTER aber, dass du die Korrektur im Formular kenntlich machst: In Zeile 10 setzt du das Kennzeichen „Berichtigte Anmeldung“ (Kennzahl 10). Wurde durch den Fehler zu wenig Steuer angemeldet, korrigierst du unverzüglich; das verlangt § 153 AO.
Vor dem ersten Termin: Zugang, Probelauf, Versand
- Richte deinen Zugang heute ein, nicht am Abend vor der Frist. Mit der Online-Identitätsprüfung bist du am selben Tag fertig, mit Brief kann es bis zu zwei Wochen dauern.
- Mach einen Probelauf: Formular öffnen, Zeitraum wählen, Beträge eintragen, prüfen lassen. Versenden musst du dabei noch nicht.
- Ordne deine Vorgänge mit der Tabelle oben den Kennzahlen zu. Dienstleistungen von EU-Anbietern ohne Umsatzsteuer bekommen die Zeilen 30 und 41.
- Sende vor Fristende, speichere die Bestätigung bei den Belegen des Monats und prüf, ob das Lastschriftmandat besteht oder die Überweisung rechtzeitig rausgeht.
Die Summen für Schritt 3 kosten die meiste Zeit. enno gleicht Buchungen mit Belegen ab und bereitet die UStVA mit Quellen vor; die Kennzahlen prüfst du und übermittelst sie selbst. Ob eine Leistung in deinem Fall unter § 13b fällt oder wo ihr Leistungsort liegt, klärst du im Zweifel mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.
Quellen
Die Aussagen in diesem Artikel beruhen auf 24 Quellen, geprüft zum Stand .
Alle 24 Quellen anzeigen
Gesetze und Verordnungen
Finanzverwaltung
Behörden, Kammern und Portale
- BayernPortal: Umsatzsteuer-Voranmeldung
- ELSTER: Alle Formulare
- ELSTER: Anleitung zur Umsatzsteuer-Voranmeldung 2026
- ELSTER: Benutzeranleitung zum Hochladen von Formulardaten
- ELSTER: FAQ zu ELSTER
- ELSTER: Hilfe zur Registrierung
- ELSTER: Häufige Fragen zu Mein ELSTER (FAQ)
- ELSTER: Umsatzsteuer-Voranmeldung (Formular)
Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Steuerberatung im Sinne des StBerG. Er gibt die Rechtslage in Deutschland zum Stand wieder und ersetzt nicht die Prüfung deines Einzelfalls durch eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater. Die Personen in den Beispielen sind erfunden.
Buchhaltung sollte nicht deine freien Abende kosten.
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