Steuerberater reagiert nicht: was tun, solange deine Fristen weiterlaufen
Dein Steuerberater reagiert nicht, was tun? Welche Fristen weiterlaufen, was du beim Finanzamt selbst beantragst und was die Steuerberaterkammer leisten kann.
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- Steuerberater & Zusammenarbeit
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- Selbstständige mit Rückstand
Das Wichtigste in Kürze
- Schweigt die Kanzlei, laufen Voranmeldung, Lohnsteuer-Anmeldung und Einspruchsfrist weiter, und ihr Versäumnis wird dir beim Verspätungszuschlag und bei der Wiedereinsetzung zugerechnet.
- Die Abgabefrist bis 1. März 2027 für die Erklärungen 2025 setzt eine beauftragte Kanzlei voraus; darüber hinaus verlängert das Finanzamt nur ohne Verschulden, und ein Verschulden der Kanzlei zählt als deins.
- Über ein eigenes ELSTER-Konto reichst du Fristverlängerung, Einspruch und Voranmeldung selbst ein, auch für eine GmbH; bei der Identitätsprüfung per Brief kann der Aktivierungs-Code einige Tage brauchen.
- Die Steuerberaterkammer vermittelt auf Antrag und prüft Beschwerden, entscheidet aber weder über Gebühren noch über Schadensersatz.

Inhalt · 9 Abschnitte
- 01Welche Termine trotz Funkstille laufen
- 02Die Kanzlei-Frist hängt am Auftrag
- 03GmbH: der Jahresabschluss hat eigene Fristen
- 04Was du beim Finanzamt ohne Kanzlei erledigen kannst
- 05Die Erinnerung: schriftlich, mit Liste und Antwortdatum
- 06Unterlagen zurückholen und kündigen
- 07Vermittlung oder Beschwerde: was die Steuerberaterkammer kann
- 08Selins Terminliste vom 23. September
- 09Vom Erinnerungsbrief zur neuen Kanzlei in sechs Schritten
Antwortet deine Kanzlei seit Wochen nicht, bleibt trotzdem keine Frist stehen. Gegenüber dem Finanzamt bist du in der Pflicht, bei einer GmbH die Geschäftsführung, und was die Kanzlei versäumt, wird dir an den Stellen, auf die es ankommt, zugerechnet. Sichere deshalb zuerst die eigenen Termine. Dann fass schriftlich mit Datum nach. Kommt weiter nichts, holst du deine Unterlagen zurück, kündigst oder schaltest die Steuerberaterkammer ein.
Welche Termine trotz Funkstille laufen
Im Einzelunternehmen erfüllst du deine steuerlichen Pflichten selbst, bei einer GmbH tun das ihre gesetzlichen Vertreter, also die Geschäftsführer (§ 34 Abs. 1 AO). Wer Umsatzsteuer abführt und Angestellte beschäftigt, hat meist diese Termine im Kalender:
Pflicht | Termin | Grundlage |
|---|---|---|
Umsatzsteuer-Voranmeldung und Zahlung | 10. Tag nach Ablauf des Monats oder Quartals, mit Dauerfristverlängerung einen Monat später | § 18 Abs. 1 UStG, § 46 UStDV |
Lohnsteuer-Anmeldung und Zahlung | 10. Tag nach Ablauf des Anmeldungszeitraums; monatlich, wenn die Lohnsteuer im Vorjahr über 5.000 € lag | § 41a EStG |
Beiträge zur Sozialversicherung | drittletzter Bankarbeitstag des Monats; der Beitragsnachweis zwei Arbeitstage vorher, sonst darf die Krankenkasse das Entgelt schätzen | § 23 Abs. 1, § 28f Abs. 3 SGB IV |
Einspruch gegen einen Bescheid | ein Monat ab Bekanntgabe | § 355 AO |
Jahreserklärung nach Vorabanforderung | vier Monate ab Bekanntgabe der Anordnung | § 149 Abs. 4 AO |
Endet eine Steuerfrist an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag, verschiebt sie sich auf den nächsten Werktag (§ 108 Abs. 3 AO).
Liegt dem Finanzamt eine Empfangsvollmacht vor, soll es Bescheide der Kanzlei bekannt geben (§ 122 Abs. 1 AO). Die Einspruchsfrist läuft dann ab dieser Bekanntgabe, auch wenn der Brief nie bei dir ankommt.
An drei Stellen, die hier zählen, rechnet dir das Gesetz das Verschulden deiner Kanzlei zu: beim Verspätungszuschlag (§ 152 Abs. 1 AO), bei der Wiedereinsetzung in eine versäumte gesetzliche Frist wie die Einspruchsfrist (§ 110 Abs. 1 AO) und bei der Verlängerung von Abgabefristen über die Kanzlei-Frist hinaus (§ 109 Abs. 2 AO). Ob du von der Kanzlei Ersatz für einen Schaden verlangen kannst, ist eine zivilrechtliche Frage und ändert am Zuschlag nichts.
Merke
Beim Finanzamt entschuldigt dich das Schweigen deiner Kanzlei nicht. Die Terminliste gehört deshalb in deine Hand, auch wenn die Kanzlei die Arbeit macht.
Die Kanzlei-Frist hängt am Auftrag
Für die Jahreserklärungen 2025, also Einkommen- oder Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer, endete die normale Frist am 31. Juli 2026. Bis Montag, 1. März 2027 hast du nur Zeit, sofern eine Kanzlei mit der Erstellung beauftragt ist (§ 149 Abs. 3 AO). Bis wann der Auftrag bestehen muss, sagt das Gesetz nicht. Die Termine für 2024 bis 2026 erklärt der Überblick zur Steuererklärungsfrist 2026.
Über die Kanzlei-Frist hinaus darf das Finanzamt nur verlängern, wenn du ohne Verschulden verhindert warst. Das Verschulden eines Vertreters zählt dabei als deins (§ 109 Abs. 2 AO). Und kommt die Erklärung 2025 nicht binnen 14 Monaten nach Jahresende, also bis Ende Februar 2027, muss das Finanzamt grundsätzlich einen Verspätungszuschlag festsetzen (§ 152 Abs. 2 Nr. 1 AO).
Achtung
Kündigst du, bevor eine neue Kanzlei beauftragt ist, ist für die offenen Erklärungen niemand beauftragt. Ob die Frist bis März 2027 dann noch gilt, regelt das Gesetz nicht ausdrücklich. Beauftrage deshalb zuerst die neue Kanzlei und frag sie, welche Frist sie für die offenen Jahre ansetzt.
GmbH: der Jahresabschluss hat eigene Fristen
Die Kanzlei-Frist gilt nur für die Steuererklärungen, die § 149 Abs. 3 AO aufzählt. Für den Jahresabschluss gelten Handels- und GmbH-Recht, mit oder ohne Kanzlei:
- Aufstellen müssen ihn die Geschäftsführer in den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres. Eine kleine GmbH darf später aufstellen, wenn das einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht, aber nur innerhalb der ersten sechs Monate (§ 264 Abs. 1 HGB).
- Über die Feststellung beschließen die Gesellschafter, bei einer kleinen GmbH bis zum Ablauf der ersten elf Monate (§ 42a Abs. 2 GmbHG).
- Offenlegen heißt: spätestens ein Jahr nach dem Abschlussstichtag an das Unternehmensregister übermitteln (§ 325 Abs. 1a HGB). Bleibt das aus, gibt das Bundesamt für Justiz der Geschäftsführung sechs Wochen und droht für den Fall, dass auch die verstreichen, ein Ordnungsgeld an, das mindestens 2.500 € beträgt (§ 335 Abs. 1 und 3 HGB).
Klein ist eine GmbH, die zwei der drei Grenzen nicht überschreitet: 7,5 Millionen € Bilanzsumme, 15 Millionen € Umsatz, 50 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt (§ 267 Abs. 1 HGB).
Was du beim Finanzamt ohne Kanzlei erledigen kannst
Du brauchst ein eigenes Benutzerkonto in Mein ELSTER. Einzelunternehmern ohne Angestellte empfiehlt ELSTER das Konto „Für eine Privatperson“; vielleicht hast du es für die Einkommensteuer schon. Für eine GmbH oder einen Betrieb mit Angestellten ist das Konto „Für eine Organisation“ gedacht, registriert mit Bundesland und Steuernummer. Die Aktivierungs-ID kommt per E-Mail. Wählst du dort die Identitätsprüfung per Brief, geht der Aktivierungs-Code an die Adresse, die das Finanzamt zu dieser Steuernummer gespeichert hat; Vollmachten spielen dabei keine Rolle. Laut ELSTER kann die Zustellung einige Tage dauern. Registriere dich also, bevor du das Konto brauchst.
Unter „Alle Formulare“ findest du danach unter anderem:
- „Antrag auf Fristverlängerung“ für Steuererklärungen. Das Finanzamt kann verlängern, auch rückwirkend und in den Grenzen von § 109 Abs. 2 AO, einen Anspruch hast du nicht.
- „Einspruch einreichen inkl. Aussetzung der Vollziehung“. Einspruch kannst du selbst einlegen, schriftlich oder elektronisch (§ 357 Abs. 1 AO). Verlängern lässt sich die Einspruchsfrist nicht: § 109 AO erfasst nur Fristen für Steuererklärungen und Fristen, die das Finanzamt selbst setzt.
- „Umsatzsteuer-Voranmeldung“ und „Lohnsteuer-Anmeldung“, wenn du die Zahlen hast. Die Voranmeldung Kennzahl für Kennzahl zeigt die ELSTER-Anleitung zur Umsatzsteuervoranmeldung. Teil der Kanzlei schriftlich mit, welche Monate du selbst übernimmst.
- „Sonstige Nachricht an das Finanzamt“ für formlose Anliegen, etwa die Frage, ob Bescheide oder Aufforderungen an dich offen sind.
Die Erinnerung: schriftlich, mit Liste und Antwortdatum
Nach zwei Wochen ohne Antwort hilft ein weiterer Anruf selten. Schreib eine E-Mail und schick denselben Text als Brief, dann liegt beides in deiner Akte. Hinein gehört:
- Jeder offene Punkt einzeln: welche Voranmeldungen, Lohnabrechnungen, Abschlüsse und Erklärungen.
- Der gesetzliche Termin zu jedem Punkt, aus der Tabelle oben.
- Die Bitte um Kopien aller Schreiben vom Finanzamt, die seit eurem letzten Kontakt kamen, und aller gestellten Anträge auf Fristverlängerung.
- Ein Antwortdatum, das vor dem nächsten gesetzlichen Termin liegt, mit genug Abstand, um notfalls selbst zu übermitteln.
- Was du tust, wenn das Datum verstreicht, zum Beispiel die Voranmeldung selbst übermitteln.
Ein Datum, das aus deinem Fristenkalender kommt, sagt der Kanzlei mehr als „in 14 Tagen“: Sie sieht, woran es hängt.
Zusammengesetzt kann die Erinnerung so aussehen:
Betreff: Offene Punkte und Termine, Bitte um Antwort bis [Datum] Sehr geehrte [Anrede], seit dem [Datum des letzten Kontakts] habe ich auf meine E-Mails und Anrufe keine Antwort erhalten. Offen sind diese Punkte, jeweils mit dem gesetzlichen Termin: - [Voranmeldung für Monat oder Quartal]: [Termin] - [Lohnsteuer-Anmeldung für Monat]: [Termin] - [Beitragsnachweis für Monat]: [Termin] - [Jahresabschluss oder Erklärung für Jahr]: [Termin] Bitte schicken Sie mir Kopien aller Schreiben des Finanzamts, die seit dem [Datum des letzten Kontakts] bei Ihnen eingegangen sind, und aller Anträge auf Fristverlängerung, die Sie für mich gestellt haben. Bitte antworten Sie bis zum [Datum mit Abstand vor dem nächsten Termin]. Kommt bis dahin keine Antwort, übermittle ich [die Voranmeldung für Monat] selbst und fordere meine Unterlagen an. Diesen Text schicke ich Ihnen per E-Mail und als Brief. Mit freundlichen Grüßen [Dein Name, bei einer GmbH mit Firma und Funktion]
Eine allgemeine Vorlage, keine Beratung für deinen Einzelfall. Ersetze die Angaben in eckigen Klammern und prüfe, ob jeder Satz zu deinem Fall passt.
Unterlagen zurückholen und kündigen
Was du der Kanzlei gegeben hast und was sie für dich bekommen hat, etwa Post vom Finanzamt, muss sie dir auf Verlangen herausgeben (§ 66 Abs. 2 StBerG). Sind Gebühren oder Auslagen offen, darf sie diese Dokumente zurückhalten, außer das wäre unangemessen (§ 66 Abs. 3 StBerG). Die Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe nennt in ihren Antworten für Mandanten zwei Grenzen dafür: Die offene Gebühr muss aus dem Mandat stammen, zu dem die Unterlagen gehören, und spätestens wenn die Kanzlei zurückhält, muss sie dir eine Gebührenrechnung stellen.
Kündigen kannst du ein Steuerberatungsmandat in der Regel ohne Frist und ohne Grund (§ 627 Abs. 1 BGB). Für ihre bisherigen Leistungen kann die Kanzlei den entsprechenden Teil der Vergütung verlangen (§ 628 Abs. 1 BGB). Wie die Übergabe mit Vollmacht, Daten und Handakten abläuft, steht im Beitrag zum Steuerberaterwechsel.
Vermittlung oder Beschwerde: was die Steuerberaterkammer kann
Zuständig ist die Kammer des Bezirks, in dem die Kanzlei ihre berufliche Niederlassung hat (§ 73 Abs. 1 StBerG). Landet dein Antrag bei der falschen, leitet die Kammer Westfalen-Lippe ihn nach eigener Auskunft an die zuständige weiter. Sie beschreibt zwei getrennte Wege:
Vermittlung | Beschwerde | |
|---|---|---|
Grundlage | § 76 Abs. 2 Nr. 3 StBerG | § 76 Abs. 2 Nr. 4 StBerG, Berufsaufsicht |
Wofür | Streit im Mandat, etwa um eine Rechnung oder nicht herausgegebene Unterlagen | der Verdacht, dass die Kanzlei Berufspflichten verletzt hat |
Antrag | schriftlich | schriftlich, mit Sachverhalt und Nachweisen |
Muss die Kanzlei mitmachen? | nein; lehnt sie ab, endet die Vermittlung | sie muss der Kammer grundsätzlich Auskunft geben (§ 80 StBerG) |
Was du erfährst | die Stellungnahmen, denn der Schriftverkehr geht an beide Seiten | nichts über den Fortgang, die Kammer ist zur Verschwiegenheit verpflichtet (§ 83 StBerG) |
Mögliches Ende | eine Einigung, aber kein Schiedsspruch | bei geringer Schuld eine Rüge des Vorstands, sonst kann ein berufsgerichtliches Verfahren folgen (§ 81 StBerG) |
Läuft über den Streit schon ein Gerichtsverfahren, scheidet die Vermittlung nach Darstellung der Kammer aus. Bei der Kammer Westfalen-Lippe sind die Beschwerde und die schriftliche Vermittlung kostenfrei. Was die Kammer nach eigener Darstellung nicht übernimmt: Sie vertritt dich nicht wie eine Anwältin, prüft eine Gebührenrechnung nicht einseitig, erstellt Gebührengutachten nur für Gerichte und klärt keine Schadensersatzansprüche. Dafür sind die Zivilgerichte zuständig. Eine Auskunft gibt sie dir aber: Willst du Schadensersatz geltend machen, nennt die Kammer auf Antrag Name, Adresse und Versicherungsnummer der Berufshaftpflichtversicherung deiner Kanzlei (§ 67 Abs. 3 StBerG). Westfalen-Lippe verlangt dafür einen schriftlichen Antrag und den Beleg, dass die Kanzlei die Versicherung auf deine Anfrage nicht genannt hat.
Selins Terminliste vom 23. September
BeispielSelin, Übersetzungsbüro-GmbH in Mannheim
Selin ist Geschäftsführerin einer kleinen GmbH mit drei Angestellten, die Fachtexte übersetzt. Ihre Kanzlei in Mannheim macht Buchhaltung, Löhne, Voranmeldungen und Jahreserklärungen. Die GmbH meldet monatlich, mit Dauerfristverlängerung. Seit dem 9. September 2026 kommt auf E-Mails und Anrufe keine Antwort. Am Mittwoch, 23. September 2026 schreibt sie auf, was ansteht:
Termin | Was |
|---|---|
Mo, 28. September 2026 | Sozialversicherungsbeiträge September, drittletzter Bankarbeitstag |
Mo, 12. Oktober 2026 | Voranmeldung August und Lohnsteuer-Anmeldung September, weil der 10. ein Samstag ist |
Mo, 30. November 2026 | Feststellung des Jahresabschlusses 2025 durch die Gesellschafter |
Do, 31. Dezember 2026 | Offenlegung des Jahresabschlusses 2025 |
Mo, 1. März 2027 | Erklärungen 2025, sofern eine Kanzlei beauftragt ist |
Am selben Tag registriert sie die GmbH in Mein ELSTER, mit Identitätsprüfung per Brief. Bei den Krankenkassen ihrer Angestellten fragt sie nach, ob der Beitragsnachweis für September angekommen ist. Der Kanzlei schreibt sie per E-Mail und Brief: Antwort bis Mittwoch, 30. September 2026, sonst übermittelt sie die Voranmeldung August selbst und fordert ihre Unterlagen an.
Die Zahlen für August hat sie aus ihren Rechnungen: 28.000 € Umsatz netto, darauf 19 % Umsatzsteuer: 5.320 €. Abzüglich 860 € Vorsteuer bleibt eine Zahllast von 5.320 € − 860 € = 4.460 €. Übermittelt sie die Anmeldung pünktlich, zahlt aber mehr als drei Tage zu spät, kostet jeder angefangene Monat der Säumnis 1 % des auf volle 50 € abgerundeten Betrags (§ 240 Abs. 1 und 3 AO): 1 % von 4.450 € = 44,50 €.
Der Aktivierungs-Code liegt am 29. September 2026 im Briefkasten, der 30. September vergeht ohne Antwort. Am 1. Oktober 2026 fragt Selin das Finanzamt per „Sonstige Nachricht“, welche Voranmeldungen und Lohnsteuer-Anmeldungen seit Juli eingegangen sind und ob Schreiben offen sind. Am Montag, 5. Oktober 2026, beauftragt sie eine neue Kanzlei mit den Löhnen ab September und den Erklärungen 2025. Die übernimmt die Lohnsteuer-Anmeldung September. Die Voranmeldung August übermittelt Selin am 7. Oktober 2026 selbst und zahlt 4.460 €. Erst danach kündigt sie der alten Kanzlei und fordert ihre Unterlagen an. Gibt die alte Kanzlei die Belege nicht heraus, beantragt Selin die Vermittlung bei der Steuerberaterkammer Nordbaden in Heidelberg, die für Kanzleien in Mannheim zuständig ist.
- ab hier keine Antwort der Kanzlei
- Terminliste, ELSTER-Registrierung, Erinnerung mit Antwortdatum
- Aktivierungs-Code liegt im Briefkasten
- Antwortdatum verstreicht ohne Antwort
- Nachfrage beim Finanzamt per Sonstiger Nachricht
- neue Kanzlei beauftragt
- Voranmeldung August selbst übermittelt und bezahlt
- gesetzlicher Termin der Voranmeldung August
Vom Erinnerungsbrief zur neuen Kanzlei in sechs Schritten
- Die Termine der nächsten drei Monate aufschreiben, vom Lohn bis zum Jahresabschluss.
- Ein eigenes ELSTER-Konto anlegen, bei einer GmbH für die Organisation, und für den Aktivierungs-Code per Brief ein paar Tage Post einplanen.
- Die Erinnerung mit Liste und Antwortdatum verschicken.
- Nach Ablauf des Datums fällige Anmeldungen selbst übermitteln und beim Finanzamt nach offenen Schreiben fragen.
- Eine neue Kanzlei beauftragen, dann der alten kündigen und die Unterlagen nach § 66 StBerG anfordern.
- Hält die alte Kanzlei Unterlagen zurück, die Vermittlung der Kammer beantragen. Geht es um einen Schaden, anwaltlichen Rat holen.
Damit du die Termine künftig nicht nur über die Kanzlei erfährst: enno behält Fristen im Blick, sortiert nachts Bank und Belege und liefert einen DATEV-Export für die Kanzlei. Prüfen und übermitteln tust du selbst oder deine Kanzlei.
Quellen
Die Aussagen in diesem Artikel beruhen auf 44 Quellen, geprüft zum Stand .
Alle 44 Quellen anzeigen
Gesetze und Verordnungen
- § 34 AO
- § 108 AO
- § 109 AO
- § 110 AO
- § 122 AO
- § 149 AO
- § 152 AO
- § 240 AO
- § 355 AO
- § 357 AO
- § 627 BGB
- § 628 BGB
- § 41a EStG
- § 42a GmbHG
- § 264 HGB
- § 267 HGB
- § 325 HGB
- § 335 HGB
- § 23 SGB IV
- § 28f SGB IV
- § 28h SGB IV
- § 66 StBerG
- § 67 StBerG
- § 73 StBerG
- § 76 StBerG
- § 80 StBerG
- § 81 StBerG
- § 83 StBerG
- § 46 UStDV
- § 12 UStG
- § 18 UStG
- BGBl. 2026 I Nr. 197 (Neuntes Gesetz zur Änderung von Vorschriften im Steuerberatungsrecht)
Finanzverwaltung
Behörden, Kammern und Portale
- Amtliches Steuerberaterverzeichnis (Bundessteuerberaterkammer)
- ELSTER: Alle Formulare
- ELSTER: Antrag auf Fristverlängerung
- ELSTER: Einspruch einreichen inkl. Aussetzung der Vollziehung
- ELSTER: Hilfe zur Registrierung
- ELSTER: Sonstige Nachricht an das Finanzamt
- Steuerberaterkammer Nordbaden: Die Kammer
- Steuerberaterkammer Nordbaden: Organisation
- Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe: Beschwerdeverfahren
- Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe: FAQ für Mandanten
- Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe: Vermittlungsverfahren
Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Steuerberatung im Sinne des StBerG. Er gibt die Rechtslage in Deutschland zum Stand wieder und ersetzt nicht die Prüfung deines Einzelfalls durch eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater. Die Personen in den Beispielen sind erfunden.
Alte Jahre sollten kein Lebensthema sein.
Rekonstruktion aus Bankdaten, auch wenn Belege fehlen. Am Ende weißt du, was wann fällig ist, und hast eine Akte für die Kanzlei. enno bereitet vor, du prüfst und übermittelst selbst.
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